Markt nimmt Fahrt auf

Laut der monatlichen MBI Energiepreisumfrage gehen die meisten Teilnehmer diesen Monat von fallenden Preisen aus, im Vormonat war die vorherrschende Erwartung noch ein stabiler Preis. Die Ausnahme bildet hier das Kalenderjahr 2019, hier sind immerhin 53% aller Teilnehmer von einem stabilen Niveau überzeugt. Das Ergebnis einer Studie der Agora Energiewende und der französischen IDDRI ist die dringende Notwendigkeit einer gemeinsamen Energiepolitik. Negative Konsequenzen sieht die Studie in weiteren Verfehlungen der Klimaziele sowie erhöhte Stromimporte für Deutschland.

Aufteilung von Innogy verabschiedet

Die Folgen einer Aufteilung der Innogy für Verbraucher ist derzeit schwer einzuschätzen. Klarer sind jedoch die Details der Verhandlungen zwischen RWE und E.ON: RWE verkauft E.ON 77% der Innogy-Beteiligungen. Im Gegenzug erwirbt RWE damit 17% an E.ON sowie die Portfolios von Innogy und E.ON, die in Verbindung mit Erneuerbaren Energien stehen. RWE positioniert sich damit nach eigenen Angaben als drittgrößter Betreiber von Wind- und Solarkraft in Europa. Der Anteil kohlendioxidarmer Stromerzeugung soll in Zukunft 60% betragen. E.ON verbucht zusätzliche Kompetenzen durch die überaus lukrativen Netzgeschäfte der Innogy.

Wintereinbruch in Europa lässt Preise steigen

Die frostigen Temperaturen, denen der Großteil Europas seit einigen Tagen ausgesetzt ist und vor allem die Aussichten für die kommenden Tage und Wochen, die von den meteorologischen Instituten kommuniziert werden, lassen aktuell die Preise an den Energiemärkten steigen. Die Entwicklung, die in der Vorwoche begann, fand in der KW 8 ihre Fortsetzung, war allerdings nicht ganz so stark ausgeprägt.

Die Bären sind los, nicht die Jecken!

Sehr bearish präsentierten sich die Energiemärkte im Verlauf der KW 6. Mit Ausnahme der CO2-Zertifikate mussten alle Produkte teils deutliche Preisrückgänge verzeichnen. Bei Kohle ist diese Entwicklung am stärksten ausgeprägt. In den letzten beiden Wochen verlor der Brennstoff ca. 13% an Wert.

Die Bären sind los

Der/die eine oder andere Leser/in unseres Newsletters mag mit der o.g. Überschrift die gleichnamige Fernsehserie aus den späten 70ern assoziieren. Diesmal sind die Bären aber nicht auf dem Baseballfeld zu finden, sondern auf dem Börsenparkett für Strom, Kohle, Erdöl und Gas. Jene zeichneten sich in der Berichtswoche durch zum Teil deutliche Preisrückgänge aus. Lediglich der Emissionshandel konnte sich der allgemeinen Abwärtsbewegung widersetzen und liegt heute wieder auf dem Niveau der Vorwoche.

Energiepolitik unter Schwarz-Rot

Auswertung des Sondierungspapiers

Die Energiemärkte sind und bleiben eng mit den Entscheidungen der Politik verknüpft. Entweder greift der Staat direkt (Steuern und Umlagen), oder indirekt (Netze, Emissionshandel, Design der Commodity-Märkte) ein. Daher ist es notwendig, sich mit dem zu beschäftigen, was die möglichen Koalitionäre derzeit besprechen.

Aus dem Sondierungspapier sind die beiden Kapitel Klimaschutz und Energiewende relevant. Dass die Verhandlungspartner eine Handlungslücke zu dem für 2020 angestrebten Klimaziel (40% Reduktion von CO2) feststellen, ist nur realistisch; dass man für 2030 neue Maßnahmen ausarbeiten will folgerichtig. Für die Versorgungssicherheit in Deutschland ist wichtig, dass dazu auch „ein Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung einschließlich eines Abschlussdatums“ gehören soll. Das Sondierungspapier legt aber auch fest, dass die weitere Energiewende „ohne Strukturbrüche“ und mit „den notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen und strukturpolitischen Begleitmaßnahmen“ erfolgen soll. Die betroffenen Regionen sollen finanzielle Unterstützung erhalten. Die Aufgabe, bis Ende 2018 ein Aktionsprogramm vorzuschlagen, wird einer Kommission übertragen, die ein breites Feld von Akteuren einbeziehen soll.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien soll weiter zielstrebig, effizient, netzsynchron und zunehmend marktorientiert erfolgen. Der Anteil – hier ist vermutlich gemeint: an der Gesamtproduktion – soll 2030 bei 65 Prozent liegen. In 2017 lag er bei 38,3 Prozent.

Die Begriffe „effizient“ und „marktorientiert“ deuten darauf hin, dass an der aktuellen Praxis von Ausschreibungen bei Neubauprojekten im Bereich PV und Wind festgehalten werden soll. Das wird dadurch unterstrichen, dass in 2019 und 2020 über eine Sonderausschreibung zusätzlich je 4 GW Onshore-Windenergie und PV sowie eine nicht bezifferte Menge Offshore-Windleistung zugebaut werden sollen.

Darüber hinaus haben die Verhandlungspartner erkannt, dass die Steigerung der Produktion aus Windkraft On- und Offshore nur in Zusammenhang mit einem verstärkten und beschleunigten Netzausbau sinnvoll ist. Hier ist von einem kommenden Netzausbaubeschleunigungsgesetz die Rede.

Die Parteien bekennen sich außerdem zur Kraft-Wärme- Kopplung. Das lässt darauf hoffen, dass nicht nur die aktuellen Streitigkeiten mit der EU-Kommission über die Privilegierung von in KWK-Anlagen erzeugtem Strom im Rahmen des EEG möglichst schnell beigelegt wird, sondern dass auch weitere Einsparpotentiale in der Industrie, die sich über KWK heben lassen, zumindest nicht über andere Regelungen bestraft werden.

Große Überraschungen sind im Sondierungspapier nicht zu finden, weder positive noch negative.

Erdölpreise im Aufwärtstrend

Das abgelaufene Jahr 2017 hat am Strom Spotmarkt im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 € zugelegt. Der Aufwärtstrend beim Erdöl Brent schreitet auch im neuen Jahr fort. Die Liquidität an den übrigen Terminmärkten ist noch relativ gering.

Neuer Vorstand bei GfSt

Vorstandswechsel unterstreicht strategische Neuausrichtung

An dieser Stelle des Newsletters informieren wir unsere Leser üblicherweise über Neuigkeiten auf dem Energiemarkt. Ausnahmsweise wird es aber jetzt um ein Thema gehen, dass sonst in der Kolumne „GfSt Intern“ stehen würde, aber dort zu wenig Platz hätte.

Die im letzten Jahr mit der Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossene strategische Neuausrichtung geht nun in die Umsetzung. Wir werden bis in das nächste Jahr hinein das Beratungsangebot für unsere Kunden und Mitglieder schrittweise ausweiten. Die neuen Dienstleistungen werden wir selbstverständlich in den kommenden Newslettern vorstellen.

Zu dieser strategischen Neuausrichtung gehört auch ein Wechsel im Vorstand. Zum 01.01. ist Dennis Becher zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt worden. Herr Becher hat seine Ausbildung an der Universität Siegen (Diplom- Wirtschaftsjurist) und an der Victoria University of Wellington in Neuseeland (Master of Laws) absolviert. Erste Berufserfahrungen hat er bei KPMG in Frankfurt und Baker Tilly (früher RölfsPartner) in Düsseldorf gesammelt.

Im Jahr 2013 hat Herr Becher die in Düsseldorf ansässige Beratungsgesellschaft AURICON mit gegründet und bis 2016 auch geführt. In dieser Zeit hat er sich neben der Transaktionsberatung schwerpunktmäßig mit der Reorganisation und Neuausrichtung von Unternehmen beschäftigt. Zu den von ihm geführten Projekten gehörte auch die Beratung des Vorstands der GfSt bei der Strategieentwicklung. Nach einem Jahr im Corporate Development bei Tchibo, ist es nun seine Hauptaufgabe, das Ergebnis seiner früheren Ratschläge operativ umzusetzen.

Thorsten Kewitz ist zum 31.12.17 aus dem Vorstand ausgeschieden, wird aber der GfSt als Mitarbeiter erhalten bleiben. Er wird sich wieder verstärkt den Themen Steuern, Abgaben und sonstigen Nebenkosten des Energiebezugs widmen. Als Teil der strategischen Neuausrichtung wird Herr Kewitz diesen Bereich als dritte Säule der Dienstleistungen weiter ausbauen.

Stefan Dobelke wird zum 31.03. nach mehr als 17 Jahren Tätigkeit bei GfSt auf eigenen Wunsch ausscheiden. Er wechselt zu einem Kunden der GfSt und wird aus einer neuen Perspektive die Geschicke der GfSt verfolgen. Seine Nachfolge im Vorstand wird der Aufsichtsrat im ersten Quartal bestimmen.

Für unsere Mitglieder und Kunden bringt das neue Jahr aber nicht nur ein neues Gesicht im Vorstand, sondern vor allem verbesserte und neue Dienstleistungen.

Wir wünschen dem neuen Vorstand viel Erfolg bei der Umsetzung der Strategie. Den ausscheidenden Vorständen gilt unser besonderer Dank.

Stromsteuer: Spitzenausgleich 2018 wird gewährt

Nach Veröffentlichung des RWI Monitoring-Berichts 2016, hat das Bundeskabinett am Mittwoch festgestellt, dass die vorgegebene Zielmarke für den Rückgang der Energieintensität des produzierenden Gewerbes erreicht wurde. Somit kann der Spitzenausgleich auch im kommenden Jahr wieder gewährt werden. Die Strom– und Brennstoffmärkte wurden indes in der vergangenen Woche von einem schweren Unglück am österreichischen Erdgas-Hub Baumgarten geschockt. Die Explosion, bei der ein Mensch starb und 20 weitere verletzt wurden, ließ die Strom- und Gaspreise deutlich nach oben schießen.