Wintereinbruch in Europa lässt Preise steigen

Die frostigen Temperaturen, denen der Großteil Europas seit einigen Tagen ausgesetzt ist und vor allem die Aussichten für die kommenden Tage und Wochen, die von den meteorologischen Instituten kommuniziert werden, lassen aktuell die Preise an den Energiemärkten steigen. Die Entwicklung, die in der Vorwoche begann, fand in der KW 8 ihre Fortsetzung, war allerdings nicht ganz so stark ausgeprägt.

Die Bären sind los, nicht die Jecken!

Sehr bearish präsentierten sich die Energiemärkte im Verlauf der KW 6. Mit Ausnahme der CO2-Zertifikate mussten alle Produkte teils deutliche Preisrückgänge verzeichnen. Bei Kohle ist diese Entwicklung am stärksten ausgeprägt. In den letzten beiden Wochen verlor der Brennstoff ca. 13% an Wert.

Die Bären sind los

Der/die eine oder andere Leser/in unseres Newsletters mag mit der o.g. Überschrift die gleichnamige Fernsehserie aus den späten 70ern assoziieren. Diesmal sind die Bären aber nicht auf dem Baseballfeld zu finden, sondern auf dem Börsenparkett für Strom, Kohle, Erdöl und Gas. Jene zeichneten sich in der Berichtswoche durch zum Teil deutliche Preisrückgänge aus. Lediglich der Emissionshandel konnte sich der allgemeinen Abwärtsbewegung widersetzen und liegt heute wieder auf dem Niveau der Vorwoche.

Erdölpreise im Aufwärtstrend

Das abgelaufene Jahr 2017 hat am Strom Spotmarkt im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 € zugelegt. Der Aufwärtstrend beim Erdöl Brent schreitet auch im neuen Jahr fort. Die Liquidität an den übrigen Terminmärkten ist noch relativ gering.

Stromsteuer: Spitzenausgleich 2018 wird gewährt

Nach Veröffentlichung des RWI Monitoring-Berichts 2016, hat das Bundeskabinett am Mittwoch festgestellt, dass die vorgegebene Zielmarke für den Rückgang der Energieintensität des produzierenden Gewerbes erreicht wurde. Somit kann der Spitzenausgleich auch im kommenden Jahr wieder gewährt werden. Die Strom– und Brennstoffmärkte wurden indes in der vergangenen Woche von einem schweren Unglück am österreichischen Erdgas-Hub Baumgarten geschockt. Die Explosion, bei der ein Mensch starb und 20 weitere verletzt wurden, ließ die Strom- und Gaspreise deutlich nach oben schießen.

Jahresende steht vor der Tür

Recht ruhig verlief der Handel im Energiesektor in der KW 49. Gut zwei Wochen vor Weihnachten scheint langsam besinnliche Stimmung auf den Tradingfloors Einzug zu halten. Größere Preisausschläge in die eine oder andere Richtung blieben bei den Terminprodukten aus; lediglich die Kohlenotierung nahm Anlauf, um den bisherigen Jahreshöchststand von 87,49 $/t zu toppen.

Woche durch Stabilität geprägt

Mit der Ausnahme des Spotmarktes zeichnen sich alle anderen betrachteten Größen durch Stabilität aus. Der deutsche Kraftwerkspark umfasst aktuell 209 GW, wovon 104,5 GW auf erneuerbare Energien entfallen. Planmäßig sollen bis 2020 2,3 GW hinzukommen, dabei werden jedoch bis zu 7,2 GW stillgelegt. Der BDEW fordert als Voraussetzung für den Kohleausstieg den Bau neuer Gaskraftwerke, die Stilllegung der Kohlekraftwerke ohne eine Entschädigung sei zudem verfassungswidrig. Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments stimmte mit knapper Mehrheit für eine Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie, zentrales Thema ist die Reduktion des Primärenergieverbrauchs um 40%.

Marktsondierung

Nicht nur die Führungsspitzen der „Jamaika-Parteien“ in Deutschland sondieren zur Zeit ihre Positionen; auch die Produkte am Energiemarkt scheinen aktuell ihren individuellen Wert ermitteln zu wollen. Es gibt keinen klaren Trend; jede hier betrachtete Notierung muss sich den Spezifikationen des Marktes stellen.