AGORA Energiewende erwartet 2018 sinkende EEG-Umlage

In einer gestern auf ihrer Website veröffentlichten Stellungnahme geht die Denkfabrik derzeit von einer Umlage in Höhe von 6,74 ct/kWh aus. Sie legt dabei erhöhte Spotpreise 2018 zugrunde und berücksichtigt zugleich den aktuell drei Mrd. Euro schweren Einnahmenüberschuss auf dem EEG-Konto der Übertragungsnetzbetreiber. Zu früh sollten sich die deutschen Stromkunden allerdings nicht freuen, denn für die nachfolgenden Jahre ist laut dem von der AGORA genutzten EEG-Rechner des Freiburger Öko-Instituts wieder mit steigenden Umlagen zu rechnen. Den vollständigen Artikel zum Thema finden Sie unter:

www.agora-energiewende.de/de/presse/agoranews/news-detail/news/die-eeg-umlage-wird-2018-voraussichtlich-leicht-sinken/News/detail/

Verlängerung der Kohle-Rallye

Auf EU-Ebene fand ein Änderungsantrag Unterstützung, der die Entpflichtung britischer Unternehmen am EU-ETS Handel teilzunehmen regelt. Demnach können kostenlos zugeteilte Zertifikate nicht verkauft werden. So sollen Marktschwankungen reduziert und Wettbewerbsvorteile vermieden werden.

Kräftemessen der Märkte

Mit Ausnahme des Spotmarktes steigen alle betrachteten Märkte, neben wirtschaftlichen und technischen Einflussgrößen ergab sich ebenfalls ein wesentlicher Hebel aus der Politik. Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake legte einen Handlungskatalog für die nächste Bundesregierung für die Sektoren Verkehr, Gebäude und Energiewirtschaft vor. Dort wird die Stilllegung von Stein- und Braunkohlekraftwerken in der Höhe von 25 GW vorgesehen, dies würde 50% der heutigen Kapazitäten betreffen. Weitere Themen sind die Ausweitung der Ausschreibungen für erneuerbare Energien, Netzausbau auf allen Ebenen sowie Veränderungen von Steuern und Abgaben für Energieendkunden. Hintergrund ist die Erreichung der Pariser Klimaschutzziele. Handlungsbedarf ergibt sich ebenfalls aus einer Analyse von Agora Energiewende, diese prognostiziert eine Reduktion von Treibhausgasemissionen von 31% statt 40% im Zeitraum 1990 bis 2020.

Spotmarktbeschaffung hat bislang das Nachsehen

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Strombeschaffung über den Spotmarkt in den vergangenen acht Jahren preisliche Vorteile gegenüber einer Terminmarkteindeckung mit zwei Jahren Vorlaufzeit gebracht hat. In diesem Jahr ist die Kurzfristbeschaffung bislang jedoch klar im Nachteil. Im Mittel lag der Base- Preis in den Jahren 2015 und 2016 für das aktuelle Jahr bei 28,76 €/MWh. Am Spotmarkt mussten Stromkunden im Mittel dafür bislang 34,61 €/MWh zahlen. Beim Peak-Produkt fällt die Differenz geringer aus. Ø-Terminmarktpreis: 36,26 € vs. Ø-Spotpreis: 37,51 €/MWh.

Tritt die USA einen Handelskrieg an?

Diese Frage stellt sich, wenn eins und eins zusammengerechnet wird: Auf der einen Seite verkündet die USA, ihre Energieexporte -insbesondere Flüssigerdgas (LNG)- zu steigern, um auf der anderen Seite durch Sanktionen die Energieausfuhr des Energieriesen Russland einzuschränken. OPEC überrascht mit weiteren Förderkürzungen.

Der Zusammenhalt im Kartell bröckelt

Im Jahr 2016 beschloss das OPEC-Kartell Fördermengenkürzungen, um den weltweiten Lagerbestandsüberhang abzubauen und die Rohölpreise wieder auf ein Niveau über 50 Dollar pro Fass zu bringen. Zwar ist der Überhang inzwischen tatsächlich etwas geschmolzen, aber ein Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrage ist noch längst nicht erreicht. Derweil schwindet im Kartell bereits die Disziplin. Irak, Ecuador und Saudi -Arabien fördern wieder mehr als geplant. Die Erfüllungsquote der Kürzungen lag im Juni nur noch bei 78%.

Woche energiepolitischer Fragestellungen

Der Strom– und Kohlemarkt zeigt sich stark, große Verluste im Öl und der Erdgasmarkt ist lebendig. Eine Studie des Euler Hermes zeigt eine düstere Zukunft für den Großteil der Stadtwerke Deutschlands auf. Dies wird begründet durch geringe Margen, Investitionen in Kohle– und Gaskraftwerke in den letzten Jahren und der verspäteten Digitalisierung. Den Eindruck geringerer Margen für Stadtwerke teilt die GfSt, die Abkehr vom Commodityfokussierten Geschäftsmodell der Versorger kann bereits vereinzelt beobachtet werden.