BNetzA erhebt Daten zu Lastmanagement

Betroffen sind Stromverbraucher > 50 GWh; Frist bis 16.06.17

Seit dem 24. April ist es offiziell auf der Homepage der Bundesnetzagentur zu lesen: In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie führt die BNetzA ein Monitoring des Beitrags von Lastmanagement zur Versorgungssicherheit nach § 12 Abs. 5 Nr. 5 und § 51a EnWG durch. Was steckt dahinter?

§ 12 Abs. 5 Nr. 5 verpflichtet Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen auf Verlangen der BNetzA dieser alle Verbraucher mitzuteilen, die einen Strombezug von mehr als 20 GWh pro Jahr haben. Der § 51 a EnWG beschreibt das Verfahren zur Durchführung eines Monitorings um festzustellen, welchen Beitrag ein Lastmanagement zur Versorgungssicherheit leisten kann. Abgefragt werden hier Unternehmen mit mehr als 50 GWh pro Jahr.

Es geht also zunächst einmal um die durchaus wichtige Frage der Versorgungssicherheit. Diese hat in Deutschland eine hervorragende Tradition. In internationalen Vergleichen belegen wir in dieser Disziplin seit Jahrzehnten einen der Spitzenplätze. Vor uns liegen lediglich Länder mit einem deutlich kleineren und damit weniger komplexen Stromnetz, wie die Schweiz, Dänemark oder Luxemburg.

Als Kennzahl für die Qualität der Versorgungssicherheit wird der SAIDI-Wert herangezogen. SAIDI steht für „System Average Interruption Duration Index“ und beschreibt die mittlere Dauer der Stromausfälle in einem Netzgebiet pro Jahr in Minuten. 2015 lag dieser für Deutschland bei 12,70 Minuten.

Die hohe Versorgungssicherheit ist jedoch aufgrund der Bestrebungen der Energiewende gefährdet. Es liegt in der Natur der Sache, dass allein Wind und Sonne – zumindest ohne technische Unterstützung – nicht 24 Stunden an 365 Tagen des Jahres ausreichend Strom für ein Industrieland wie Deutschland liefern. Konsequenterweise machen sich die Netzbetreiber und die BNetzA nicht erst seit gestern Gedanken zu diesem Thema.

Die Erwartung für die kommenden Jahre ist, dass wir trotz der technischen Möglichkeiten auf der Erzeugungsseite auch auf der Verbraucherseite eine größere Flexibilität beim Einsatz von Strom benötigen. Flexibilität ist für die Unternehmen gleichbedeutend mit Lastmanagement.

Ziel der Befragung durch die BNetzA ist es daher, einen ersten Eindruck über die Potentiale des Lastmanagements von Industriekunden zu bekommen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob ein Unternehmen bereits einen entsprechenden Prozess aufgesetzt hat oder nicht. Vielmehr versucht die BNetzA aus der reinen Auswertung von Lastgangdaten der Vergangenheit Potentiale zu entdecken, die in einem Bericht für das BMWi zu einem Gesamtbild verdichtet werden.

Was von den Unternehmen im Detail erfragt wird, lesen Sie auf der nächsten Seite dieses Newsletters.